Auf Händels Spuren in Halle an der Saale



Händel-Haus

Über 100 Jahre lang war das Haus im Besitz der Familie Händel. Es wurde von Händels Vater, einem bedeutenden Hofchirurg und Wundheiler, im Jahr 1666 erworben. Am 23. Februar 1685 erblickte hier Georg Friedrich Händel das Licht der Welt.
Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten beherbergt das Haus ein sehr empfehlenswertes Museum. In einer Dauerausstellung mit über 160 Exponaten wird sehr unterhaltsam über Georg Friedrich Händel, die Musikgeschichte der Region und über historische Musikinstrumente informiert. Ein Höhepunkt der Ausstellung ist ein Miniatur-Barocktheater, in dem ein animierter Georg Friedrich Händel am Cembalo über eine Auswahl seiner Opernproduktionen berichtet. Der Museumsbesuch wird somit auch zu einer musikalischen Entdeckungstour.
Die Veranstaltungsreihe "Musik im Händel-Haus" bietet den Freunden der Barockmusik eine wunderbare Möglichkeit, international gefeierte Künstler in einer intimen Konzertatmosphäre auch außerhalb der Festspiel-Saison zu erleben.


Öffnungszeiten:
1. April bis 31. Oktober
Dienstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr

1. November bis 31. März
Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr

Eintrittspreise:
5 €, ermäßigt 3,50 € (Schüler, Studenten, Auszubildende, Schwerbehinderte).
Kinder bis 6 Jahre Eintritt frei.

Familienkarte: 10 € (Eltern und Kinder).




Händel-Denkmal

Anlässlich des 100. Todestages von Georg Friedrich Händel stifteten Musikfreunde aus Deutschland und England dieses über 3 Meter hohe Bronzestandbild, das 1859 auf dem Marktplatz feierlich eingeweiht wurde. Das Britische Königshaus spendete im Namen Englands nahezu ein Drittel der Gesamtkosten und leistete neben den Hallensern den größten Beitrag zur Errichtung dieses Denkmals. Zahlreiche Gäste und Bewunderer wie Franz Liszt und Johanna Wagner nahmen an den Feierlichkeiten rund um die Einweihung teil.
Von dem 19t schweren Marmor-Sockel aus blickt Händel Richtung London, wo er in Westminster Abbey begraben liegt. Auf dem rechts neben ihm stehenden Dirigenten-Pult liegen die aufgeschlagenen Notenblätter des "Messias".





Marktkirche

Die beiden Turmpaare der Marktkirche und der Rote Turm bilden seit vielen Jahren das Wahrzeichen der Stadt Halle. Justus Jonas, ein Freund und Mitstreiter Martin Luthers, hielt in der Marktkirche am Karfreitag 1541 die erste evangelische Predigt. Zu den Schätzen der Marktkirche gehören ein Flügelaltar aus der Werkstatt Lucas Cranachs d.Ä., die Totenmaske Martin Luthers und eine 1430 im Auftrag von Ludolf und Heinrich von Braunschweig gegossen Bronzetaufe, in der auch Georg Friedrich Händel 1685 getauft wurde. Darüberhinaus beherbergt die Marktkirche die wertvolle, im Jahre 1552 gegründete Marienbibliothek mit über 30.000 Bänden, vorwiegend aus dem 15. bis 18. Jahrhundert. Die kleinere der beiden Orgeln wurde 1664 von Georg Reichel geschaffen. An ihr erhielt Georg Friedrich Händel seinen ersten Unterricht.

Die große Orgel wurde von Christoph Cuntius erbaut und im Jahre 1716 in Gegenwart von Johann Sebastian Bach eingeweiht. Auch wenn das Orgelwerk 1984 ausgetauscht wurde, so ist der barocke Orgelprospekt erhalten geblieben.


Öffnungszeiten:
Januar bis Februar:
Montag - Samstag, 11.30-16 Uhr
Sonntag, 15-16 Uhr

März bis Dezember:
Montag - Samstag, 10-17 Uhr
Sonntag, 15-17 Uhr






Dom zu Halle

Der Dom zu Halle ist eine ehemalige Klosterkirche des Dominikanerklosters, das 1271 gegründet wurde. Da die Stadt Halle nie Sitz eines Bistums war, ist das Bauwerk kein Dom im eigentlichen Sinne. Kardinal Albrecht von Brandenburg ließ die Klosterkirche zu seiner Stiftskirche umbauen und nutzte diese ab 1520 zur Aufbewahrung seiner umfangreichen Reliquien- und Kunstsammlung. Seine Nachfahren ließen die Kirche im Barockstil umbauen und nutzten sie als Hof- und Schlosskirche. Vor allem August von Weißenfels hinterließ seine Spuren in der Gestaltung der Domkirche. In seiner Zeit musizierten Samuel Scheidt und wahrscheinlich auch Heinrich Schütz in der Hallenser Kirche. Seit 1680 wird der Dom als evangelisch-reformierte Gemeindekirche genutzt. In dieser Gemeinde diente Georg Friedrich Händel von 1702 bis 1703 als Organist.
Das Gebäude zeichnet eine hervorragende Akustik aus und ist deshalb eine gern genutzte Spielstätte für Konzert- und Theateraufführungen.


Öffnungszeiten:
Mai – Oktober
Dienstag - Samstag, 11.00 Uhr – 17.00 Uhr





Stadtgottesacker

Die Friedhofsanlage wurde zwischen 1557 bis 1590 nach italienischem Vorbild der Camposanto-Anlagen erbaut. Im zweiten Weltkrieg wurde der Stattgottesacker schwer bechädigt. In den 1950er Jahren wurde er teilweise wiederaufgebaut. Nach 1990 konnte der gesamte Komplex nahezu originalgetreu Rekonstruktion werden.
Viele bedeutende Persönlichkeiten haben hier ihre Grabbögen errichten lassen z.B. der Jurist Christian Thomasius (Nr. 10), die Patrizierfamilie von Schönitz (13), der Weltumseglers Johann Reinhold Forster (44), der berühmte Mediziner Friedrich Hoffmann (47) sowie die Theologen- und Chronistenfamilie Olearius (74). Auf der Anlage liegen auch Händels Eltern Georg und Dorothea sowie seine beiden Schwestern Dorothea Sophia und Johanna Christiana begraben. Händels Vater hatte den Schwibbogen (60) schon 1674 als Familiengrab vor dem Tod seiner ersten Frau Anna errichten lassen.
Georg Händels erste Frau starb an der Pest, er heiratete 1683 erneut – die Tochter eines Pfarrers. Aus dieser Ehe ging als erstes Kind Georg Friedrich hervor. Sein Vater war bereits 63 Jahre alt und verstarb, als der kleine Händel zwölf Jahre alt war. Aus Händels Jugend ist wenig überliefert, von daher kann man nur spekulieren, wie das Verhältnis zwischen Vater und Sohn ausgesehen haben mag. Bekannt ist nur, dass der Vater als Hofchirurg sehr oft auf Reisen war und Georg Friedrichs musikalisches Talent anfangs nur mit Widerwillen unterstützte, weil er ihm lieber mit einem Jurastudium ein wohlhabendes Leben sichern wollte.








Händel-Haus Halle
Die älteste bekannte Darstellung des Geburtshauses von G.F. Händel aus dem Jahr 1859.




Händel-Haus Halle
Am 23. Februar 1685 wird Georg Friedrich Händel in diesem Haus geboren. Er lebte hier bis zu seiner Abreise nach Hamburg 1703.



Das Händel-Denkmal befindet sich gegenüber Händels Taufkirche auf dem Halleschen Marktplatz.




Eine Kirche, in der Luther dreimal predigte, Georg Friedrich Händel getauft wurde und deren große Orgel Johann Sebastian Bach eingeweiht hat, finden Sie auf der ganzen Welt nicht wieder.




Seit 1680 wird der Dom als evangelisch-reformierte Gemeindekirche genutzt. In dieser Gemeinde diente Georg Friedrich Händel von 1702 bis 1703 als Organist.




Auf der Friedhofs-anlage liegen Händels Eltern Georg und Dorothea sowie seine beiden Schwestern Dorothea Sophia und Johanna Christiana begraben.




Die feierliche Weihe der Friedhofsanlage fand am 8. August 1529 statt. In den Jahren 1557 bis 1590 wurde die imposante Arkadenreihe der überwölbten Grüfte errichtet.